Wissenschaftlich schreiben und Arbeiten fertig bekommen, in nur 15 Minuten pro Tag

Freitag, 27. Januar 2017

Ich unterrichte berufliches schreiben und bin leidenschaftlich an Tipps und Tricks zum Schreibprozess interessiert. Gleichzeitig gehe ich mit Edward Tufte einher, der diktiert, dass Information immer komprimiert werden muss, um maximal wirksam zu sein.

Beides vereint die Kurzrezension von Felix Haas über das Buch “Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day” von Joan Bolker.

Er sagt, dass Bolker grundsätzlich zwei Tipps für (wissenschaftliche) Schreiber parat hält:
Tipp 1: Jeden Tag fest eine Zeit lang zu schreiben. Man startet mit zehn Minuten und erweitert auf fünfzehn bis dreißig. Und man schreibt auch “neben” dem Thema her, soll heißen: auch “Offtopics” werden in dieser Zeit aufgeschrieben.

Tipp 2: Den Text stets zu überarbeiten, stetig die bessere Fassung zu suchen.
Meine 2 Cents dazu sind Tagesversionen einer schriftlichen Arbeit, die jeweils separat gespeichert werden und einem so das eigene Vorankommen zeigen. Das ist gut für die Motivation. Auch zeigen die mit Datum versehenen Dokumente, wie man sich der Deadline nähert.

Ein weiterer guter Tipp aus dem Buch bzw. der Rezension lautet: Zusammenfassende Sätze jedes Abschnitts bzw. Kapitels produzieren, und diese Zusammenfassungen auf einem separaten Dokument in Reihenfolge sammeln. Dann liest man diese Kurzfassung durch. Diese Vorgehensweise schützt gegen Verwirrung in der Gesamtstruktur. Man sieht leichter, wo die Arbeit nicht stringent oder unvollständig ist.

Eine wesentlich umfangreichere Rezension des Buches gibt auch Florian Diekmann. Er tiert mehr und kommentiert Ratschläge der Autorin: www.derdieckmann.de/archives/394

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Bolker, Joan. 1998. Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day: A Guide to Starting, Revising, and Finishing Your Doctoral Thesis. Owl Books. 184 S.
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Profitipp aus der Texterei: Die Zeit umdrehen - vom Ergebnis her schreiben

Dienstag, 8. März 2016

Wer mit einer Schreibaufgabe konfrontiert ist, hat vor allem Druck: Zeitdruck und Erwartungsdruck. Beides gibt es dazu in der externen und internen Ausführung – andere machen Druck und man selbst macht sich Druck. Damit stehen schon vier Erwartungen an einen Text im Raum. Puh!
Nun werden beim Schreiben viele Worte auf eine einzelne Zeile aufgefädelt. Bei diesem Vorgang, bringt mehrfacher Druck oft wenig. Zugegeben: er hilft, sich zu einem Anfang zu entschließen.

Doch gleich danach blockiert die mehrfache Erwartung den Schreibprozess deutlich.Die eigene Lockerheit, die man für einen Flow und kreative Lösungen benötigt, das Vertrauen in sich selbst ist unter Druck. Das ständige Fragen danach, ob hier das Richtige entsteht, ob man gut voran kommt ist letztlich kontraproduktiv.

Wir brauchen jetzt mehr Selbstvertrauen!

Deswegen der Profitipp aus der Texterei: Stellen Sie sich intensiv vor, dass Ihr gewünschter Text schon vorliegt. Ja! Er ist schon fertig! Stellen Sie sich auch vor, wie dieser Text genau das liefert, was Sie und Ihre Kollegen davon erwarten. Stellen Sie sich das ausgedruckt Manuskript vor, das Sie in der Hand halten und das überall durchschlagende Wirkung erzielt. Und nicht zuletzt, wie dies alles Ihre Stimmung positiv beeinflusst.

Und jetzt schreiben Sie einfach los. Sie schreiben nun nicht mehr vorwärts und entwickeln den Text, sondern Sie arbeiten wie Michelangelo, der über seinen “David” gesagt haben soll: “Er war schon da – ich musste ihn nur noch aus dem Marmor herauslösen.” Genau das machen Sie jetzt auch. Sie wissen, dass Ihr Text schon vorliegt und machen ihn nur sichtbar. Super! Sie wandeln einfach weiß-unsichtbare Buchstaben in schwarze um, und dann ist alles gemacht.

Sie drehen das Rad der Zeit um und sind sich sicher: Ihr Ergebnis liegt bereits vor. Sie machen es in dieser Viertelstunde nur noch händisch sichtbar. Schnell und einfach. Und dann gibt es den wohlverdienten Kaffee, während die Anderen sich beim lesen des Manuskripts wundern, wie schnell Sie texten können.

Herzlichen Glückwunsch!

Ihre Meinung?

Informationsverdichter: 140 Jahre Deutsche Philosophie auf einem A4-Blatt

Mittwoch, 27. Januar 2016

Wie hat sich die deutsche Philosophie von 1785 bis 1920 entwickelt? Eine super-duper-Kurzfassung für meine Studenten bei der SAE Stuttgart (die mehr Auslassungen hat als Inhalt) gibt es auf meinem Online-Notizbuch ClausWilcke.de. Ein kurzer Text vom Januar 2016 , etwa in Länge eines A4-Blattes skizziert so die Philosophiegeschichte des 19. Jahrhunderts: Kant, Fichte, Hegel, Marx, etc.

Deutsche-philosophiegeschichte-von-1785-bis-1920

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Tolles ausgelassenes Video zum Berufsbild "Technischer Redakteur"

Montag, 30. November 2015

Aus den Tiefen des Internets erreicht uns eine Produktion aus dem Jahre 2009 über das Berufsbild des Technischen Redakteurs. Technisch einwandfrei und mit vielen lustigen Zitaten in eine imaginäre “Berufsbildreihe” hineinmontiert (Nächstes Berufsbild: “Der Pate”!) zeigt User ihavewaitedhereforu, was ein technischer Redakteur macht und worauf es ankommt in diesem Beruf.

Lernfähigkeit und Auffassungsgabe müssen demnach unbedingt dabei sein:
Tolles Video zum Berufsbild des Technischen Redakteurs auf youtube

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